Der Zwiebelsaft

Diese Geschichte ist nun schon ein bisschen länger her und wurde einfach für die bevorstehende Pause in der Entstehung neuer Geschichten aufgehoben…

Jan-Martin (ich erzählte schon mal von ihm) war mal wieder in absoluter Höchstform. Eigentlich war er zunächst recht friedlich mit dem Feuer beschäftigt gewesen.

Ein anderes Mädchen fragte, ob wir backen können. Ich also,

„Es sind 36°, gefühlte 250°, wir machen jetzt nicht auch noch den Lehmofen an!“

Ein bisschen enttäuscht war sie, also bot ich an, „Wir können Pfannkuchen backen.“

Geschickt formuliert, FSJlerin, Respekt.

„Nee…“

„Hm… was hältst du von Waffeln? Wir könnten Waffeln backen.“

„Oh, ja! Waffeln ist gut.“ Also zieht sie los um Zutaten und Schüssel zu holen. Ich bin glücklich, denn dafür brauchen wir keinen Ofen, das Kind ist auch glücklich, jetzt darf sie endlich backen.

Da meldet sich Jan-Martin: „Wie, Waffeln? Ich will keine Waffeln!“

„Na ja, aber sie halt schon. Und sie wollte schließlich kochen!“

„Aber ich-“

„Es geht halt nicht um dich, Jan-Martin.“

Kind verzieht das Gesicht. „Ich will lieber Vanilleküchle backen!“

Ich: „VANILLEKÜCHLE?!?!?!“

Aktivspielleiter: „Können wir schon-“

Ich: „Nein, können wir nicht. Wir machen den Lehmofen nicht an. Mir ist das zu warm!“

Aktivspielleiter zuckt mit den Achseln und akzeptiert das einfach mal; Jan-Martin leider nicht.

„Aber-“

„Nichts, aber. Der Lehmofen bleibt aus.“

Da schlägt ihm der Aktivspielleiter vor, man könnte ja den Waffelteig in Öl schmeißen, dann frittiert das quasi… das wär richtig toll. Das findet Jan-Martin auch, und damit kann ich leben; denn so ein Topf mit Öl ist zwar schweinsgefährlich, aber dafür müssen wir den Ofen nicht anmachen.

Wir machen das also, frittierte Waffeln und richtige nebeneinander her, alles ist schön. Bis…

„Ich will da Zwiebelsaft dranmachen!“

Ich seh‘ das Mädchen und andere, Waffeln-essende Kinder die Augen verdrehen und frage trotzdem, „Wie, Zwiebelsaft?“

„Na, Zwiebelsaft. Meine Oma macht so was mit Zwiebelsaft! Hol mir Zwiebelsaft!“

„Hallo? Wir haben keinen Zwiebelsaft, und wenn wir welchen hätten, könntest du dir den ja wohl selber holen.“

Kind schmollt, ist mir aber herzlich egal.

„Kann ich dann Zwiebeln auspressen?“

„Ja.“

„Hol mir Zwiebeln.“

„Äh – nein? Hol dir deine Zwiebeln selbst!“

Jan-Martin zieht ab, kommt kurz darauf wieder. „Ich komm da nicht dran.“

„Ich komm da auch nicht ran. Frag den Aktivspielleiter.“

Soweit so gut, Kind kommt mit Zwiebel und Knoblauchpresse wieder. „Und jetzt?“

„Na, klein schneiden und pressen.“

„Wie schäl ich die?“

Kurz gezeigt, Kind macht das unter Mosern selber. Dann: „Wie soll ich das da reinkriegen?“

„Schneid‘ sie halt kleiner.“

„Wie?“

„Egal wie, irgendwie, einfach klein.“

Kind tut das, packt Zwiebel in die Presse – und es kommt natürlich kein Saft raus. War klar.

„Da kommt kein Saft raus!“

„Ja.“

„Ich will da aber Zwiebelsaft dranmachen!“

„Herrgott, Jan-Martin, was soll ich denn machen? Ich kann mir den auch nicht aus den Rippen schneiden! Iss einfach!“

Kind schmiert daraufhin Zwiebel über sein Gebäck, befindet es für gut und zieht ab.

*sigh* Warum nicht gleich so?

Gegenteiltag

Der Aktivspielleiter erzählte mir von einem Jungen der, nachdem er den ganzen Tag gewerkelt hatte, seiner Mutter abends erzählte, es sei voll langweilig gewesen. Ich hab also vermutet, es wäre wohl Gegenteiltag gewesen.

Jan-Martin: Gibt’s den echt?

Alle Kinder gucken mich mit großen Augen an.

Ich: Ja, klar.

Jan-Martin: Wirklich??

Ich: Klar, wenn ich’s doch sage. Am 25. Juni.

Sämtliche Kinder bekommen noch größere Augen vor lauter Staunen.

Jan-Martin: Boah, echt?

Da hab ich nachgegebn und gesagt, dass es den natürlich nicht gibt… ich hatte meinen Spaß. Jan-Martins Gegrummel nach zu urteilen, fand er das wohl nicht so witzig…

Das eklige Thema

Mädchen (10) zu Mädchen (8): „Warte bloß, bis du mal in die vierte Klasse kommst!“

(Das alleine wäre ja schon witzig, aber es wurde noch besser.)

Mädchen (8): „Wieso? Ich freu mich schon drauf!“

Mädchen (10): „Nein, da freust du dich nicht. Da kommt das eklige Thema.“

Ich tausche über der Mädchen Köpfe einen Blick mit einer anderen Mitarbeiterin und frage: „Welches eklige Thema denn?“

„Naja…“

Wir tauschen noch einen Blick, die andere Mitarbeiterin stellt fest: „Ich glaube, ich weiß welches Thema.“

„Ja, ich auch.“

Mädchen (10): „Voll eklig! Da sieht man ein Bild von einem nackten Mann!“

Und alle Mädchen die drum herum sitzen, einstimmig: „IIIIIIIH!“

Die Sache mit den Inseln…

Ich war zwei Tage am Bodensee (Bilder folgen? Ehrlich, dieser Blog besteht doch nur aus Kindersprüchen und „Oh! Guckt mal, wo ich war…“) und in dem Zusammenhang auf der Insel Mainau.

Und wie wir so loslaufen, auf die Brücke zu – wir sind also noch auf dem Festland – höre ich (hinter! mir) ein kleines Mädchen sagen:

„Jetzt merke ich, dass ich auf einer Insel bin! Es wackelt!“

Lang

Ich war heute bei IKEA, wollte einen Schuhschrank kaufen (lieferbar, in der Bayrischen Universitätsstadt früher als hier, ungefähr im Januar -.-) und ein Regal für den Abstellraum (zu groß fürs Auto).

Und wie ich so, mit den immerhin kaufbaren Gläsern und Topfuntersetzern zur Kasse schlendere komme ich an einem Vater mit seiner etwa 5-jährigen Tochter vorbei, die sich gerade mit leidender Stimme beklagt:

Och, das dauert immer ewiger!

I feel you, girl.

Absolut Monsterhaft

Zuerst zog die Androhung, wenn er beim Aufräumen nicht mithelfe, würden wir ihn das nächste Mal direkt nachhause schicken wenn er auftaucht, bei Jan-Martin (10) noch.

Sie war auch bitter notwendig, denn er hatte die zwei weiteren Kinder & uns schon gründlich auf die Palme gebracht.

Als wir uns dann aber hinsetzten, um als Ausklang die Bilder des Tages anzuschauen, war’s wohl endgültig vorbei. Das ewige Dazwischenlabern und dabei auch noch Seitenhiebe auf die anderen Kids Austeilen war mir echt genug und ich hab ihn kurzerhand rausgeschmissen. Ein weiterer Mitarbeiter musste ihn zwar vor die Tür tragen, aber trotzdem.

Also, als 10-jähriger kann man sich doch eigentlich schon ein bisschen zusammenreißen, wenn man merkt, dass man allen auf den Geist geht, oder?

Aber, wie ich hier schon erwähnte, Kinder sind wenigsten bestrafbar. Mal sehen, wie’s nächstes Mal wird, wenn er auftaucht…

Süße Monster untereinander

Hanna-Martha beobachtet ihren Bruder, der irgendwo einen Hammer liegen gelassen hat. Das ist rein theoretisch verboten, in diesem Fall denke ich aber, dass er durchaus vorhatte, diesen Hammer nochmal zu benutzen.

Sie guckt mich an, freudestrahlend. „Wo ist der Aktivspielleiter? Ich verpetz jetzt meinen Bruder!“

Das nenn‘ ich Geschwisterliebe.

Coriiiiiiiiiiina!

Gestern war es, als wir eigentlich tanzen wollten, so warm, dass wir nach zwei Tänzen abgebrochen haben und stattdessen die Mädels  unter den Rasensprengern auf dem Sportplatz haben spielen lassen.

„Coriiiina!“

„Corinna,“ korrigiere ich.

„Ja. Guck mal meine Haare sind ganz nass!“ *spritzt mir Wasser ins Gesicht und lacht*

„Cool.“

[…]

„Coriiina!“

„Corinna.“

„Ja! Ich hab mein Gummibärchen ins Wasser getunkt!“

„Und? Wie schmeckts jetzt?“

„Nach Wasser.“

[…]

„Coriiina!“

„Corinna.“

„Ja. Guck mal wie ich da durchspringe!“

Und so weiter. Die beiden Betreuerinnen beschwerten sich derweil beieinander über ihre pubertierenden Töchter. Priorities.

Das ist schön!

Mädchen (7) steht vor der Feuerstelle, wirft Holzstücke rein, anschließend den Anzünder, geht mit dem Feuerzeug hin – große Flamme, fast bis zur Decke.

Während ich fürchterlich erschrecke, dankbar, dass wenigstens das Mädchen nicht angebrannt ist, sagt die, freudestrahlend,

Oh! Das ist schön!

Wenn’s dich wenigstens freut…