Abschied I

Gestern hatte ich zum letzten Mal Jugendkreis. Es war besser als letzte Woche, okay, wenn auch nicht viel… aber ich habe mich sehr gefreut, da sie mir zum Abschied einen Pulli (den man zugegebener Maßen jetzt gerade nicht braucht) bedruckt haben mit dem Namen des Jugendkreises. Das war schon cool.

Außerdem war ein Herr vom Kirchengemeinderat da und hat mir in dem Zusammenhang örtlichen Honig & örtliches Bier geschenkt :D Die Jungs waren gleich sehr gespannt, wo man das denn sonst bekommen könnte. Sie haben keine Antwort bekommen, denn der Großteil ist noch unter 16 und daher wird dann deren (bestimmt vorhandener) Alkoholkonsum geflissentlich ignoriert.

Damit geht dann der Abschiedsreigen los. Nächste Woche habe ich auch noch zum letzten Mal Kinderkreis, was mich, glaube ich, noch härter treffen wird. Das Jahr ging viel zu schnell vorbei…

Advertisements

Frustration

Es ist jetzt endgültig klar – obwohl, eigentlich schon länger, aber der letzte Tag hat es nochmal deutlich vor Augen geführt – dass ich für die Arbeit mit Jugendlichen einfach nicht geeignet bin.

Ich habe keine Lust, jeden Schritt diskutieren zu müssen, von Besteck aus der Küche holen über „Warum dürfen wir jetzt nicht – alleine, während des Jugendkreises – durch die Stadt laufen?“ und „Warum dürfen ich und meine Freundin nicht alleine in unserem Zelt übernachten?“ bis zu „Du bist doch kaum älter als wir und kleiner als wir, du bist keine Betreuerin, du hast gar nichts zu sagen!“
Ich habe keine Lust, mir andauernd Hilfe holen zu müssen von älteren Mitarbeitern, ich habe keine Lust, mir Woche für Woche dumme Sprüche anzuhören und ich habe keine Lust, nur ein müdes Lächeln zu bekommen wenn es eine Strafe gibt, weil man soeben einen anderen als „Schwuchtel“ beschimpft hat, nur weil der im eigenen Weg stand.

Nächste Woche zum letzten Mal.

Vielleicht bin ich ungerecht – es sind auch einige dabei, die mitmachen, die nicht diskutieren, die sich zivilisiert mit einem unterhalten und vielleicht von alleine den Grill anwerfen. Aber die bleiben (leider) nicht so im Gedächtnis.

Ich werde die Jugendlichen nicht sonderlich vermissen, und ich glaube, sie mich auch nicht. Obwohl, vielleicht doch, aber zumindest vermitteln sie nicht den Eindruck.

Kinder sind anders. Mit Kindern komme ich klar. Die sind dankbar, manchmal frech, manchmal benehmen sie sich auch daneben, sind aber in dem Fall „bestrafbar“ – und dann kann man weitermachen, ohne Ressentiment. Ich habe glaube ich noch kein Kind in dieser völligen „Ich komm mit dem/der nicht klar“-Erinnerung behalten.

Ich weiß gar nicht wieso, ich glaube meine Stimmung war sowieso nicht gut gestern, manchmal hat man eben einen schlechten Tag – aber der gestrige Abend hat mich unheimlich frustriert zurückgelassen.

Und dann ist das Gefühl, dass man seinen Job schlecht gemacht hat, wenn man am Ende nach Hause geht und froh ist, dass man nur noch einmal muss.

Our God is an awesome God

Meine Andacht von diesem Freitag, die, wie ich finde, ganz gelungen war und die ich deshalb  mit euch teilen möchte.

„Our God is an awesome God“ ist ein Lied von Rich Mullins und ein sehr beliebtes und oft gesungenes Lied. Er selber hielt das Lied für eines seiner Schwächeren. Es ist auch nicht sonderlich kunstvoll, mit Metaphern ausgestattet oder mit großen Worten.

Aber es ist sehr klar und sehr ehrlich in seiner Aussage: Our God is an awesome God. Unser Gott ist ein toller Typ.

Mir kommt das Lied in letzter Zeit öfters mal in den Sinn, bei ganz kleinen Dingen. Neulich zum Beispiel sah ich den Sonnenuntergang – der ganze Himmel war blutrot. Ich war Gott richtig dankbar, dass ich das sehen durfte und dass es das überhaupt gibt.

Aber das sind wie gesagt nur kleine Dinge. Das allertollste ist, dass Gott seinen eigenen Sohn zu uns geschickt hat. Und Jesus kommt freiwillig zu uns, von der Herrlichkeit bei Gott auf die Erde – das war sicher nicht ganz angenehm. Und dennoch, er kommt, er scheut weder Folter noch Hinrichtung. Jesus stirbt für uns.

Für uns.

Wenn das nicht die allertollste Sache, die jemals einer gemacht hat, dann weiß ich’s auch nicht.

Daran sollten wir uns öfters mal erinnern und dann können wir auch kleine Dinge sehen und denken: Unser Gott ist schon ein toller Typ.

In diesem Sinne, hier das Lied:

Er redet vorher noch ein bisschen ;) Das eigentliche Lied fängt an 1:05.

Ich wünsch euch noch einen wunderschönen Tag :)