Gegenteiltag

Der Aktivspielleiter erzählte mir von einem Jungen der, nachdem er den ganzen Tag gewerkelt hatte, seiner Mutter abends erzählte, es sei voll langweilig gewesen. Ich hab also vermutet, es wäre wohl Gegenteiltag gewesen.

Jan-Martin: Gibt’s den echt?

Alle Kinder gucken mich mit großen Augen an.

Ich: Ja, klar.

Jan-Martin: Wirklich??

Ich: Klar, wenn ich’s doch sage. Am 25. Juni.

Sämtliche Kinder bekommen noch größere Augen vor lauter Staunen.

Jan-Martin: Boah, echt?

Da hab ich nachgegebn und gesagt, dass es den natürlich nicht gibt… ich hatte meinen Spaß. Jan-Martins Gegrummel nach zu urteilen, fand er das wohl nicht so witzig…

Das eklige Thema

Mädchen (10) zu Mädchen (8): „Warte bloß, bis du mal in die vierte Klasse kommst!“

(Das alleine wäre ja schon witzig, aber es wurde noch besser.)

Mädchen (8): „Wieso? Ich freu mich schon drauf!“

Mädchen (10): „Nein, da freust du dich nicht. Da kommt das eklige Thema.“

Ich tausche über der Mädchen Köpfe einen Blick mit einer anderen Mitarbeiterin und frage: „Welches eklige Thema denn?“

„Naja…“

Wir tauschen noch einen Blick, die andere Mitarbeiterin stellt fest: „Ich glaube, ich weiß welches Thema.“

„Ja, ich auch.“

Mädchen (10): „Voll eklig! Da sieht man ein Bild von einem nackten Mann!“

Und alle Mädchen die drum herum sitzen, einstimmig: „IIIIIIIH!“

Die Sache mit den Inseln…

Ich war zwei Tage am Bodensee (Bilder folgen? Ehrlich, dieser Blog besteht doch nur aus Kindersprüchen und „Oh! Guckt mal, wo ich war…“) und in dem Zusammenhang auf der Insel Mainau.

Und wie wir so loslaufen, auf die Brücke zu – wir sind also noch auf dem Festland – höre ich (hinter! mir) ein kleines Mädchen sagen:

„Jetzt merke ich, dass ich auf einer Insel bin! Es wackelt!“

Lang

Ich war heute bei IKEA, wollte einen Schuhschrank kaufen (lieferbar, in der Bayrischen Universitätsstadt früher als hier, ungefähr im Januar -.-) und ein Regal für den Abstellraum (zu groß fürs Auto).

Und wie ich so, mit den immerhin kaufbaren Gläsern und Topfuntersetzern zur Kasse schlendere komme ich an einem Vater mit seiner etwa 5-jährigen Tochter vorbei, die sich gerade mit leidender Stimme beklagt:

Och, das dauert immer ewiger!

I feel you, girl.

Verbrannt

Soll ich eigentlich lachen oder weinen, wenn ich sehe, dass ein geistig behindeter Junge – eine Behinderung, die in seinem Fall durchaus Schwierigkeiten im sozialen Bereich mit sich bringt; sprich, der Junge ist ein absoluter Eigenbrötler – mehr Empathie aufbringt, als ein völlig gesundes Kind?

Da hat sich einer gestern beim Schmieden sehr verbrannt; ich hab letzten Endes die Mutter angerufen, sie möge ihn abholen.

Und währenddessen hat der oben erwähnte eingeschränkte Junge, der dabei war, immer wieder versucht, ihn zu trösten – hat ihm immer wieder über den Arm gestreichelt und versucht, ihn zu umarmen. Ich war begeistert.

Während ein anderes Kind, angeblich des gebrannten Kindes (pun intended) bester Freund ihn immer wieder rief, was für eine tolle Popcornshow man gerade machen würde und er solle kommen – während sich der Verbrannte arg zusammenriss, um nicht zu weinen und seine Hand unter kaltes Wasser hielt.

Ich glaube, ich werde lachen und weinen. Lachen, weil der Junge sich eindeutig in die richtige Richtung entwickelt (die Mutter war beim Abholen auch schwer begeistert) und weinen, weil dem anderen Kind das Einfühlungsvermögen wohl völlig abgeht.

Absolut Monsterhaft

Zuerst zog die Androhung, wenn er beim Aufräumen nicht mithelfe, würden wir ihn das nächste Mal direkt nachhause schicken wenn er auftaucht, bei Jan-Martin (10) noch.

Sie war auch bitter notwendig, denn er hatte die zwei weiteren Kinder & uns schon gründlich auf die Palme gebracht.

Als wir uns dann aber hinsetzten, um als Ausklang die Bilder des Tages anzuschauen, war’s wohl endgültig vorbei. Das ewige Dazwischenlabern und dabei auch noch Seitenhiebe auf die anderen Kids Austeilen war mir echt genug und ich hab ihn kurzerhand rausgeschmissen. Ein weiterer Mitarbeiter musste ihn zwar vor die Tür tragen, aber trotzdem.

Also, als 10-jähriger kann man sich doch eigentlich schon ein bisschen zusammenreißen, wenn man merkt, dass man allen auf den Geist geht, oder?

Aber, wie ich hier schon erwähnte, Kinder sind wenigsten bestrafbar. Mal sehen, wie’s nächstes Mal wird, wenn er auftaucht…

Süße Monster untereinander

Hanna-Martha beobachtet ihren Bruder, der irgendwo einen Hammer liegen gelassen hat. Das ist rein theoretisch verboten, in diesem Fall denke ich aber, dass er durchaus vorhatte, diesen Hammer nochmal zu benutzen.

Sie guckt mich an, freudestrahlend. „Wo ist der Aktivspielleiter? Ich verpetz jetzt meinen Bruder!“

Das nenn‘ ich Geschwisterliebe.

Das ist schön!

Mädchen (7) steht vor der Feuerstelle, wirft Holzstücke rein, anschließend den Anzünder, geht mit dem Feuerzeug hin – große Flamme, fast bis zur Decke.

Während ich fürchterlich erschrecke, dankbar, dass wenigstens das Mädchen nicht angebrannt ist, sagt die, freudestrahlend,

Oh! Das ist schön!

Wenn’s dich wenigstens freut…

Süß und Monster, diesmal getrennt.

Habe zwei Mädchen belauscht, die miteinander flüsterten, so laut, dass ich es hören musste.

Mädchen 1: Magst du Corinna?

Mädchen 2: Ja!

Mädchen 1: Ich mag sie auch…

Das hört man doch gern :D

Tröstet einen fast darüber hinweg, dass ich dem gleichen Jungen vom letzten Mal schon wieder Auszeit geben musste. Manche lernen eben etwas langsamer.